Peter Bohn + Assoziierte

Gesellschaft von Architekten mbH

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2014 - 2024

Stadterweiterung

Kreuzlinger Feld in Germering

Im Rahmen einer Projektgemeinschaft mit den Stadtplanern Ammann Albers StadtWerke (Zürich) und HinnenthalSchaar Landschaftsarchitekten (München) sind wir mit dem städtebaulichen Entwurf für ein etwa 11 Hektar großes, derzeit vorwiegend landschaftlich genutztes Gebiet im westlichen Stadtkörper Germerings, im Übergang von Stadt zur Landschaft, beauftragt; die zugehörigen Rechtspläne (Änderung des FNP ebenso wie die Bebauungspläne für die derzeit bauwilligen Grundstückseigentümer) machen wir in Arbeitsgemeinschaft mit den Stadtplanern von OPLA (Augsburg). Grundlage hierfür ist ein ebenfalls von uns stammender, vom Stadtrat Germerings im Herbst 2018 beschlossener Rahmenplan für das Gesamtgebiet. Neben einem Nahversorgungszentrum und Kinderbetreuungseinrichtungen werden im kommenden Jahrzehnt annähernd 1.000 neue Wohnungen für etwa 2.500 Einwohner in diesem autofreien Quartier entstehen. Wir haben das Privileg, wohl einen Großteil dieses Projektes gemeinsam mit einem langjährigen Auftraggeber auch hochbaulich entwerfen und werkplanen zu dürfen.

Süddeutsche Zeitung vom Januar 2018

Merkur vom Januar 2018

Das neue Wohngebiet ist außerordentlich grün
Das neue Quartier bietet große, grüne Höfe ohne Tiefgaragenunterbauung, ein Netz autofreier Quartiersplätze, Wohngassen und Spielstraßen. Diese Räume sind nicht eingezäunt, sondern stehen der Allgemeinheit zur Verfügung. Kaum neue Autostraßen, viel Freifläche mit hoher Aufenthaltsqualität und Nutzungsvielfalt: Das wird möglich durch eine optimale Dichte: dreigeschossige Bebauung mit grünen Dächern im Wechsel mit höheren Häusern schaffen einen geringen Fußabdruck, eine geringe Grundfläche der Bebauung, also viel Freifläche, ohne den Maßstab von Germering zu sprengen. Damit ist das Verhältnis von überbauter zu begrünter Oberfläche ungleich besser als etwa bei den Reihenhäusern in der Umgebung. Für den Wasserhaushalt, die Versickerung und die Möglichkeiten, große Bäume anzupflanzen, ist das ideal. Die Promenade von der Kleinfeldstraße zum Ortsrand dient nicht nur der Bevölkerung sondern ist auch eine Frischluftschneise zum Ortskern. Die Bebauung ist nur in Einzelpunkten höher als die Bestandsbauten und behindert damit den Wind nicht mehr als diese es auch bereits tun, sondern befördert dessen Durchlüftung durch sein lebendiges Relief.
Das Quartier fügt sich ein in die Nachbarschaft
Es nimmt in seiner Baukörperanordnung an den vier Rändern den Maßstab des Bestandes auf, nimmt auf den Weiterbestand vorhandener Nutzungen (Schule, Sport, Schrebergärten…) Rücksicht und führt den Autoverkehr direkt von und zur Landsberger Straße und nicht durch bestehende Wohngebiete. Durchdachte Planung mit Rücksicht auf Bestand: Die Abstände zu den bestehenden Nachbarn sind gegenüber den Möglichkeiten nach der BayBO deutlich unterschritten. Das Verkehrskonzept ist durchdacht. Kein „wildes“ Parken an der Oberfläche wie bei einer Reihenhausanlage wo dann die Garagen einer anderen Nutzung zugeführt wird und die KFZ dann auf der Straße stehen. Auch kann auf einen Verkehr durch die angrenzenden Gebiete reagiert werden (Anlieger frei / Bus) Die Planung nimmt auch Rücksicht auf den Bestand wie z.B. TSV (im Immissiongutachten ist etwa die Nutzung nach 22.00 Uhr berücksichtigt)
Das Quartier verbessert die Nachbarschaft
Das Neue bietet neue Versorgung auf vielfältige Weise; nicht nur für den eigenen Bewohner, sondern für das ganze Quartier: Lebensmittelmarkt, einzelne weitere Läden, Wirtschaft, Kita, Schule … Es schafft damit ein Quartier der kurzen Wege und verhindert damit auch Verkehr. Es schafft Schallschutz zur Bahn und zur Landsberger Straße. Nahversorgung: die öffentlichen Einrichtungen und Einkaufsmöglichkeiten decken nicht nur den Bedarf der neu gebauten Wohnungen, sondern auch des Bestandes. Somit wird auch die Lebensqualität des Bestands erhöht. Auch wird der Einkaufsverkehr reduziert.  Bedarfsgerechte Planung (geförderter Wohnungsbau / Generationenwohnungen / Barrierefreiheit!) Grundschule und Hort, Kindergarten und Kinderkrippe decken nicht nur den durch das Baugebiet ausgelösten Bedarf sondern auch den vorhandenen und zukünftigen Bedarf der Bestandsbebauung. Es bietet eine perfekte Erweiterung und qualitätvolle Fortschreibung des geplanten Radwegekonzeptes.